Vorrang für Kinder und Familien

Anstrengungen für ein bedarfsdeckendes, wohnortnahes, qualitativ gutes und bezahlbares Kita-Angebot fortsetzen:

  • U3-Anteil auf 50%, Verbesserung der Betreuungsquote (mehr Erzieherinnen und Erzieher pro Kind)
  • Deutliche Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, z.B.: Sofortprogramm„Randzeitenbetreuung“, zum Einstieg: in je einer Kita pro Stadtbezirk
  • Schrittweise Einführung der Beitragsfreiheit, Förderung von Betriebskitas
  • Kinderarmut wirksam begegnen. Kein Kind in Aachen mehr zurücklassen: Neues Maßnahmenpaket auflegen, Investitionen in ein weitreichendes System früher Hilfen und verbesserte Vernetzungvorhandener Hilfsangebote

Familien brauchen ein flächendeckendes umfassendes Beratungs- und Unterstützungssystem, das nicht von der Kassenlage einer Stadt abhängig ist. Deshalb wollen wir die Angebote der Frühen Hilfen und Förderung von Familien zum festen Bestandteil der sozialen Infrastruktur in der gesamten Stadt machen. Dazu gehören der Babybesuchsdienst und weitere Angebote der Frühen Hilfen. Als Ergänzung fordern wir die Einrichtung einer „Elternschule“. Die im Projekt KiM  (Kinder im Mittelpunkt) erarbeiteten Handlungsempfehlungen werden wir aufgreifen und umsetzen. Außerdem soll der Projektstatus aufgehoben werden, sodass die Maßnahmen zur Bekämpfung der Kinderarmut fest in unserer Stadt etabliert werden können.

Weitere Informationen zu KiM: http://www.aachen.de/DE/stadt_buerger/familie/kim_aachen_zwischenbericht.html

In den Kindertageseinrichtungen werden die entscheidenden Weichen für die Zukunft eines Kindes gestellt. Der Dreiklang zwischen Betreuung, Erziehung und Bildung beginnt hier und muss stimmen. Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass dies in allen Einrichtungen in Aachen gewährleistet ist. Es muss wieder Ruhe in die Kindergartenlandschaft kommen, fehlende Plätze werden wir so schnell wie möglich schaffen. Provisorien und Auslagerungen müssen bald ein Ende haben.

Zurzeit ist Aachen nur Mittelfeld bei der Betreuungsinfrastruktur und bei der Versorgung mit U 3-Plätzen, weil insbesondere in den letzten 5 Jahren wichtige Entwicklungen verschlafen wurden. Besonders im Stadtbezirk Driescher Hof besteht noch dringender Handlungsbedarf, was die Kinderbetreuungsplätze betrifft.

Die ersten Lebensjahre eines Kindes

Ich bin der Meinung, dass das erste Kita-Jahr wieder beitragsfrei werden muss. Außerdem soll die Qualität in den Kitas stetig verbessert werden – mit Blick auf die KiBiz-Reform des Landes. (http://www.mfkjks.nrw.de/kinder-und-jugend/kibiz-aenderungsgesetz/kibiz.html)

Zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf tragen auch flexiblere Betreuungszeiten bei. Unser Ziel ist es, in jedem Sozialraum eine Kita mit Öffnungszeiten von 6 bis 20 Uhr einzurichten. Darüber hinaus werden wir alle Kitas unterstützen, die sich auf den Weg zu bedarfsgerechten Öffnungszeiten machen.

Auch ich als Vater von zwei kleinen Kindern habe die Erfahrung gemacht, dass die Kinderbetreuungszeiten oft nicht ausreichen.Eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist mir eine Herzensangelegenheit. Auch für flexiblere Buchungszeiten ohne eine Beitragserhöhung in den Kitas werde ich mich einsetzen. Auch einumfassendes Ferien-Kinderbetreuungsangebot, das verlässlich und hochwertig ist, ist enorm wichtig.

Für plötzlich auftretenden Betreuungsbedarf im Notfall muss es schnelle Hilfe geben. Bereits vorhandene Angebote wie die „Familienfeuerwehr“ müssen ausgebaut werden.

Familien brauchen einen Infopunkt, bei dem sie sich schnell über alle Angebote der Kinderbetreuung informieren können. Dieses Angebot wollen wir schaffen. Dabei sollen vorhandene Software-Lösungen genutzt werden.

Die besondere Situation von Alleinerziehenden werden wir dabei ebenso in den Fokus nehmen und bestehende Angebote weiter fördern.

Die SPD Aachen will Teilhabebeeinträchtigung und Kinderarmut massiv bekämpfen und die Lebensbedingungen für Familien verbessern.

Unsere Ziele im Bereich Kinder, Jugend und Familie

Die bestehende Präventionskette für Kinder von der Geburt bis ins Vorschulalter muss für ältere Kinder fortgeschrieben und mit zielgenauen Angeboten ausgestattet werden. Wir wollen eine bessere Vernetzung und Koordination der verschiedenen städtischen, staatlichen und gesellschaftlichen Akteure vor Ort erreichen. Das Jugendamt soll dabei als Träger der Gesamtverantwortung eine Steuerungsfunktion übernehmen.

Wir fordern die Einrichtung eines Jugendbeirates, weil junge Menschen an allen sie betreffenden Entscheidungen beteiligt werden sollen. Analog zum Seniorenrat soll dieser stadtweit gewählt werden. Er erhält einen eigenen Etat und wird professionell begleitet.

Familien, die Hilfe und Unterstützung benötigen, müssen in ihrem Sozialraum ein kompetentes Beratungsangebot und ausreichende Hilfsangebote vorfinden.

Kinder, die Opfer von psychischer oder körperlicher Gewalt werden, benötigen schnellst mögliche und gut auf einander abgestimmte Schutz- und Hilfsangebote.

Kinder und Jugendliche brauchen attraktive, kostenlose sowie gut erreichbare Spiel- und Freizeitangebote. Wir werden die Erarbeitung des neuen Kinder- und Jugendförderplanes dazu nutzen zu überprüfen, wie diese passend um- und gegebenenfalls ausgebaut werden können. Dazu gehört auch der präventive Jugendschutz mit seinen erfolgreichen Angeboten wie z.B. „Nachtaktiv“.

Unsere Ziele im Bereich Armutsbekämpfung

Die Kommune ist auf die aktive Unterstützung durch die Zivilgesellschaft angewiesen und kann diese Unterstützung fördern, vernetzen und systematisieren. Die Unterstützung der Koordination des Ehrenamtes wird wieder (auf das alte Niveau) aufgewertet.

Das Projekt „Kinder im Mittelpunkt (KiM)“ wollen wir stetig ausweiten und durch einen städtischen Fonds unterstützen. Mit dem „Aachener Kinderfonds“ – für den der Oberbürgermeister und die Stadt in besonderem Maße werben – übernehmen wir zunächst eine Ausfallbürgschaft für die Mittagsverpflegung in Schulen und Kitas, um später auch weitere Bedarfe abzudecken. Der Fonds greift da, wo der 1-Euro-Eigenanteil bei der Mittagsverpflegung nicht aufgebracht werden kann. Zusätzlich werden die Schulsozialarbeiter mit aufsuchender Beratung tätig.

In Familien mit Kindern sind die Sanktionen der Energieversorger inakzeptabel. Die Stadt muss über ihr Beteiligungsunternehmen STAWAG darauf hinwirken, dass von Stromsperren bedrohte Familien mit Kindern eine gesonderte Beratung erhalten. Die STAWAG bietet zusammen mit dem Land NRW und den Verbraucherzentralen bereits heute ein gutes Beratungsprojekt bei Energieschulden an. Da dieses Projekt ausläuft, während die Energiekosten weiter steigen, wird ein neues Programm aufgelegt.

Wir fordern eine kommunale Definition für Energiearmut, die dort greift, wo in einem Haushalt mehr als fünfzehn Prozent der Konsumausgaben für Energie aufgebracht werden. Wenn diese Schwelle überschritten ist, muss ein zielgruppengerechtes Maßnahmenportfolio des Energieversorgers mit dem Sozialamt greifen.

Eine innovative Stadt wie Aachen muss seine Innovationskraft aber auch im Sozialbereich unter Beweis stellen. Mit der STAWAG und der Regio-IT sind Prämien- und Contracting-Modelle zu entwickeln. Wir werden ein „smart-meter“ Modellprojekte im Bestand – zusammen mit der städtischen GeWoGe auflegen.

Der soziale Wohnungsmarkt soll stärker mit dem Sozialausschuss vertaktet werden. Wohnungspolitik wird Teil des Sozialausschusses.